Die Holokratie – Unternehmen ohne Hierarchien

Die Holokratie - Unternehmen ohne Hierarchien

New Work ist in aller Munde. Pyramidale Organisationsstrukturen sind heutzutage nicht mehr zeitgemäß. Aber was haben wir denn als Alternative? Wir lesen oft auf Stellenanzeigen, dass Unternehmen einen „Flache Hierarchie“ haben, aber wie stimmt das? Wie kann man in einem Unternehmen mit einer flachen Hierarchie arbeiten? Unter den Organisations- und Managementmethoden, die dem Arbeitsleben ein neues Gesicht geben, ist das Thema „Holokratie“ das Thema, dem bei GO FOR SALES in letzter Zeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet wurde. 

Nachdem wir uns mit Agilen Methoden beschäftigt haben, möchten wir Euch heute ein neues Arbeitskonzept etwas ausführlicher vorstellen, vielleicht bringt es einige von Euch auf Ideen… In diesem Blogartikel erklären wir, woher es kommt, worum es geht, wie man es aufbaut und was die direkten Auswirkungen sind.

 

Holokratie: Definition und Herkunft des Begriffs

Das Wort kommt aus dem Griechischen und besteht aus den zwei Begriffen „holos“ für „vollständig“ oder „ganzheitlich“ und „kratos“ für „Herrschaft“ oder „Regierung“. 

Die Holokratie hat ihren Ursprung in der Soziokratie. Es handelt sich um ein Organisationskonzept, bei dem jeder Mitarbeiter eines Unternehmens in den Entscheidungsprozess eingebunden ist und daran teilnimmt. Dadurch werden die unflexiblen Hierarchien abgebaut.

Wie ist es zustande gekommen?

Am Kontrollpunkt seines Flugzeugs sieht Brian Robertson ein unbekanntes rotes Licht… Da er nicht wusste, wie er reagieren sollte, überprüfte er die anderen Instrumente. Alle gaben an, dass es keinen Grund zur Sorge gibt. Also entschied er sich, diese Minderheitsstimme zu ignorieren. Und diese Entscheidung hätte ihn fast das Leben gekostet. Aber er zog aus diesen fast tödlichen Fehlern Schlussfolgerungen. Er kam zu dem Schluss, dass das, was in seinem Cockpit passierte, in den meisten Unternehmen täglich stattfindet. Tatsächlich ist eine Organisation auch mit einer Reihe von Faktoren ausgestattet, die die Realität und die umgebenden Gefahren wahrnehmen. Wenn jedoch eine wichtige Meinung von einem dieser Faktoren nicht von der Führungskraft geteilt wird, kann sie ignoriert werden.

Nach diesem Ereignis lernte Brian Robertson 2006 die Soziokratie kennen und veröffentlichte sie zunächst mit wenigen Änderungen unter dem Namen Holacracy. Es wurde dann 2007 in seiner eigenen Firma „Ternary Software Corporation“ eingeführt und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Die Holokratie wird daher als eine Weiterentwicklung der Soziokratie gesehen.

Eines ist klar: Die starren Organisationen, in denen der Vorgesetzte streng und hierarchisch, manchmal sogar streng hierarchisch, führt, sind zunehmend eine Sache der Vergangenheit.

 Was haben wir als Gegenentwurf? Die Holokratie.

 Wie genau das funktioniert, könnt ihr hier unter lesen.

 

Die holokratische Organisation 

In einer holokratischen Struktur organisieren sich die Mitarbeiter in sogenannten Kreisen und nicht in Abteilungen und übernehmen unterschiedliche Rollen.

Die Holokratie braucht vier Säulen. Diese sind wie folgt:

Doppelte Verbindung:

In jedem Kreis wird ein Vertreter in den nächsten oberen Kreis gewählt. Für jeden der Arbeitskreise sollte es einen Vertreter geben, der für die Kommunikation zwischen den anderen Gruppen verantwortlich ist. Dadurch wird Transparenz garantiert.

Trennung von Operativen- und Steuerungstreffen:

Auf einer Seite gibt es die Steuerungssitzungen. Da wird über Ideen und Strategien nachgedacht und entschieden, wie im Kreis zusammengearbeitet werden soll. In diesen Meetings trifft man keine Entscheidungen über Ressourcenfragen (wie zum Beispiel: Geld, Zeit, Personal). Auf der andere Seite haben wir die Operative-Meetings. Hier regeln die Mitarbeitern – wie in vielen Unternehmen – die Aktivitäten des Tagesgeschäfts.

Rollenverteilung:

Im Gegensatz zum klassischen Organigramm legt die Holokratie Wert darauf, die Rollen jedes Einzelnen zu verteilen. Die Aufgabenbereiche werden also vorab geklärt oder in den Steuerungstreffen definiert. Dadurch werden Unklarheiten vermieden.

Dynamische Steuerung:

In den oben genannten Arbeitskreisen hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, seine Ideen einzubringen; jeder Kreis ist daher auch in die Steuerung des Unternehmens eingebunden.

 

In welchem Unternehmen eignet sich die Holokratie, und wie richte ich sie ein?

Die Holokratie eignet sich besonders gut für Start-up oder kleine Unternehmen. Je früher man die Holokratie im Unternehmen einsetzt, desto weniger muss man sich mit Change-Management befassen. Idealerweise sollte die Holokratie bereits bei der Gründung eines Unternehmens eingeführt werden. Dadurch ist es nicht notwendig, alle bereits bestehenden Strukturen zu ändern. 

Wichtig für die Einrichtung einer holokratischen Struktur ist die Kommunikation. Es ist sehr nützlich, dies im Voraus mit den Mitarbeitern zu besprechen. Sie sind diejenigen, die an diesem neuen Arbeitsmodell teilnehmen werden, also müssen sie mit der Methode einverstanden sein. Da diese Methode neu und völlig entgegengesetzt zu den derzeitigen Strukturen ist, kann sie manchen Mitarbeitern Angst machen, denn nicht jeder ist bereit, mit neuen Dingen zu experimentieren, oder manche wollen einfach nicht mehr Verantwortung übernehmen. Dabei ist es also sehr wichtig, dass sowohl Unternehmer als auch Mitarbeiter sich mit diesem neuen Konzept identifizieren können und es akzeptieren. Alle Beteiligten müssen mit dieser neuen Form von der Arbeit einverstanden sein.

 

Was sind die Vorteile der Holokratie? 

Von diesem Konzept kann man viele Vorteile erwarten: 

  • Förderung der Kreativität (alle Mitarbeiter fühlen sich befähigt, sich auszudrücken)
  • Zunehmende Reaktionsfähigkeit (denn das Recht zu handeln hängt nicht mehr von einer Person ab, sondern von jeder Person)
  • Hohe Dynamik (die engen Beziehungen zwischen allen Abteilungen ermöglicht mehr Austausch-Kanäle)
  • Mehr Transparenz (jeder Mitarbeiter wird über den Entscheidungsprozess auf dem Laufenden gehalten)
  • Führungslose Struktur (jeder Mitarbeiter kann in seinem Zuständigkeitsbereich frei handeln und selbstständig Entscheidungen treffen, ohne die „Erlaubnis“ eines Vorgesetzten einholen zu müssen)
  • Und vieles mehr…

Fazit

Die Holokratie ist ein Teil des großen New Work-Trends und stellt ein modernes Management-System dar. Im Gegensatz zu vielen anderen New Work-Ansätzen verändert die Holokratie die gesamte Struktur eines Unternehmens. Die Holokratie ist in der Praxis besser als in der Theorie, wir erklären sie nicht, wir erleben sie.

Und? Was denkt ihr dazu? Wir freuen uns auf Eure Rückmeldungen und Eure persönliche Meinung zum Thema per Mail oder über Facebook!